nds 5-2012

Gut vorbereitet für den Schuldienst?

Die nds 5-2012 beschäftigt sich mit der reformierten Lehrerausbildung. Eignungspraktikum, Praxissemester, verkürzter Vorbereitungsdienst – die Umsetzung ist in vollem Gange. Jedoch überschattet Ressourcenmangel ihre positiven Aspekte. 

von Carmen Tiemann

 

Außerdem im Heft: Übergangsprobleme bei auslaufenden und neuen Schulen, mehr Unterstützung für Lehrerräte und der neue Anlauf für einen Tarifvertrag für angestellte LehrerInnen.

 

Gut gedacht, schlecht gemacht?

Seit 2009 ist in NRW das neue Lehrerausbildungsgesetz (LABG) in Kraft. Das Eignungspraktikum findet mittlerweile flächendeckend in allen Schulen des Landes statt und der neue Vorbereitungsdienst wird seit November 2011 umgesetzt. Das sechsmonatige Praxissemester ist in Vorbereitung und wird frühestens ab 2015 an allen Universitäten durchgeführt. Und genau da wird es schwierig, denn die Verkürzung des Vorbereitungsdienstes von 24 auf 18 Monate findet seine Begründung in der Einführung des Praxissemesters. Die Folge: Was bisher in 24 Monaten vermittelt wurde, muss nun in 18 Monaten erfolgen.

 

Die Verdichtung trifft unmittelbar die neuen LehramtsanwärterInnen, die mehr arbeiten müssen, weniger Geld verdienen und schneller in der Verantwortung stehen. Aber auch die Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung und die Schulen sind massiv gefordert. Die Kooperation und Konzeption im Zuge der neuen Ausbildung erfolgte zum Nulltarif. Für die zusätzlich zu leistende Begleitung – wie beispielsweise Coaching und mehr Unterricht unter Anleitung – stehen keine zusätzlichen Ressourcen zur Verfügung.

 

Die positiven Elemente wie die Personenorientierung durch Coachingelemente, der Wegfall der Hausarbeit, die engere Verzahnung von Schule und Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung scheinen in den Hintergrund zu treten und es bleibt der Eindruck: Gut gedacht, schlecht gemacht. Aber: Noch ist der Prozess der Umstellung nicht abgeschlossen und es gibt nach wie vor Möglichkeiten, die Ressourcen aufzustocken.

 

Bleiben wir also gespannt, wie sich die neue Lehrerausbildung weiter entwickelt und was von den positiven Elementen und den einstigen Ansprüchen tatsächlich im Sinne einer erfolgreichen Lehrerausbildung übrig bleibt.

 

Carmen Tiemann ist Fachleiterin und Mitglied im Referat D (Lehrerausbildung) der GEW NRW und Mitglied der nds-Redaktion.

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