nds 6-2011

Die neue Lehrerausbildung NRW

Die nds Ausgabe 6 des Jahres 2011 hat den Themenschwerpunkt Lehrerausbildung. Der Schwerpunkt trägt den Titel "Die neue Lehrerausbildung NRW". Weitere wichtige Themen sind die Bildungskonferenz NRW und das Thema "Schule und Bundeswehr".

von Carmen Tiemann

Viele Jahre hat die Debatte um die Lehrerausbildung gedauert und jetzt wird es ernst: Die ambitionierte Reform der Lehrerausbildung findet ihre Umsetzung in der neuen Ordnung für den Vorbereitungsdienst (OVP). Sie gilt erstmals für die neuen LehramtsanwärterInnen (LAA), die im November 2011 ihren Vorbereitungsdienst beginnen.

Auf zu neuen Ufern?Viele Umstellungen an Universitäten, Schulen und Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) ehemals Seminare sind notwendig, damit das Projekt einer modernen Lehrerausbildung gelingen kann. Das Praxissemester im Masterstudiengang eine Grundvoraussetzung für den verkürzten Vorbereitungsdienst ist noch nicht an allen Universitäten verankert und wird flächendeckend erst ab 2015 für die zweite Phase der Lehrerausbildung vorausgesetzt werden können.

An den Schulen werden derzeit Ausbildungsbeauftragte ernannt, die die neuen LAA betreuen sollen. Außerdem werden Praktikumsplätze für das Eignungspraktikum und das Praxissemester zur Verfügung gestellt und müssen von der Schule betreut werden.

An den ZfsL werden die Inhalte des Kerncurriculums in Ausbildungspläne verwandelt und zwischen allen Beteiligten wird eine Abstimmung über die Ausbildungsinhalte herbeigeführt. Arbeit an allen Orten, um die neue Lehrerausbildung mit Leben zu füllen und zum Erfolg zu führen! Natürlich erfolgt das alles neben dem Alltagsgeschäft ohne Entlastungsmöglichkeiten.
Transparenz fehlt
In diesem Schwerpunkt schauen wir uns das Reformprojekt „Lehrerausbildung" genauer an. Alle sind sich einig: Die neue Lehrerausbildung beinhaltet innovative Züge und Verbesserungen in der Lehrerausbildung. Wenn das Ministerium aber davon ausgeht, dass es reicht ein Konzept zu entwickeln, irrt es. Finanzielle Ressourcen müssen zur Verfügung gestellt werden, damit SeminarausbilderInnen und schulische AusbilderInnen qualifiziert die neue Ausbildung umsetzen können und professionell und im engen Austausch miteinander arbeiten können. Auch die Abstimmung zwischen der ersten und zweiten Phase der Lehrerausbildung erfolgt bisher noch nicht flächendeckend oder nur in Ansätzen. Es fehlt an Transparenz in den Details, die aber notwendig ist, um nicht nur eine ambitionierte, sondern eine erfolgreiche Lehrerausbildung zu schaffen.

Carmen Tiemann ist Gesamtschullehrerin und stellvertretende Leiterin des Referats D (Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrenden und Erziehenden) der GEW NRW.

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