Bundestagswahl 2013

Schule – Inklusion, Ganztag und Co

Eine Reform im Schulwesen ist längst überfällig, so der Tenor der GEW. Doch gerade bei Einheitsschulen oder dem Kooperationsverbot haben die Parteien durchaus verschiedene Ansichten. Und auch beim Thema Inklusion oder G8 kommt es zu Diskrepanzen. Die Lösungen der Parteien sehen da unterschiedlich aus.

GEW

  • Alle LehrerInnen sollen unabhängig von ihrer Schulart und -stufe einheitlich bezahlt werden.
  • Pflichtstunden für Lehrkräfte sollen gesenkt und die Anzahl der SchülerInnen pro Klasse kleiner werden.
  • Das Kooperationsverbot soll wegfallen (auch für Hochschulen).
  • Für ein inklusives Schulsystem müssen die passenden Rahmenbedingungen geschaffen werden.
  • Die verkürzte Schulzeit (G8) muss wieder abgeschafft werden.
  • Beiträge für Lernmittel oder Klassenfahrten verhindern eine höhere Bildungsbeteiligung und müssen wegfallen oder teilweise übernommen werden.

CDU

  • Die CDU setzt auf eine vielfältige Schullandschaft aus freien und privaten Trägern. Die Einheitsschule von rot-grün sieht sie als „Irrweg“. Jedes Kind soll entsprechend seiner Möglichkeiten gefördert werden.
  • Nationale Bildungsstandards sollen eingeführt werden, umso die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern zu stärken.
  • Die Lehrerausbildung soll mit der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ verbessert werden. 500 Millionen Euro möchte die Partei dafür investieren. Damit sollen zum Beispiel gute Ausbildungskonzepte gefördert werden.
  • Die Ganztagsbetreuung soll ausgebaut und die Schulen technisch „auf Höhe der Zeit“ ausgestattet werden.
  • Religionsunterricht (auch islamischer) gehöre in den Fächerkanon.

SPD

  • Die Inklusion soll im Dialog mit allen Beteiligten weiter vorangetrieben werden.
  • Flächendeckend sollen Ganztagsplätze angeboten werden.
  • Der Stellenwert der Lehrerausbildung an Universitäten soll gestärkt werden.
    Nationale Bildungsstandards sollen verankert werden – unter anderem damit Umzüge in andere Bundesländer bildungsbezogen problemlos ablaufen können.

FDP

  • Die FDP spricht sich deutlich für den Bildungsföderalismus aus. Dieser ermögliche Freiheit, Vielfalt und steigere den Leistungswettbewerb. Schulen sollen sich eigenverantwortlich und selbst verwalten.
  • Hürden zur Gründung von Schulen in freier Trägerschaft (vgl. GG Art. 7 Abs. 5) sollen wegfallen. Dies fördere den Wettbewerb zwischen Anbietern des Bildungssystems.
  • Die Inklusion soll mit allen Beteiligten ausgebaut werden. Die FDP ist jedoch gegen die Abschaffung von Förderschulen.

GRÜNE

  • Die Schule soll den Lern- und Entwicklungsbedürfnissen der Kinder angepasst werden.
  • Sonder- und Förderschulen sollen entbehrlich werden.
    Flächendeckend sollen Kinder in Ganztagsschulen von und miteinander lernen.
  • Die Verantwortung soll bei Bund und Ländern liegen.

DIE LINKE

  • Gemeinschaftsschulen sollen zur Regelschule werden – auch für FörderschülerInnen.
  • Die Bundeswehr soll nicht mehr an Schulen (und Universitäten) werben dürfen.
  • Die Lehrerausbildung soll einheitlich und schulformunabhängig werden.

PIRATEN

  • Vielfältige Unterrichtsformen und Lehrpläne sollen abgeschafft und durch eine individuelle Schullaufbahn, ein flexibles Kurssystem und dem Einsatz von Mentoren ersetzt werden.
  • Ziffer- und Kopfnoten lehnt die Piratenpartei ab. Bewertungen sollen als Rückmeldungen ihres Lernfortschrittes erfolgen.
  • Mehrsprachigkeit soll als Chance begriffen und gefördert werden – zum Beispiel durch Europaschulen.
  • Bildungseinrichtungen sollen demokratisch verfasst und transparent organisiert werden.

Alternative für Deutschland

  • Es soll ein bundesweites einheitliches Schulsystem geben, das sich an den besten Schulsystemen Deutschlands orientiert.

FAMILIEN-Partei

  • Die FAMILIEN-Partei befürwortet zwar eine Bildungspflicht, ist aber gegen Schulzwang. Es soll Wahlfreiheit nicht nur für alle Schulformen, sondern auch für familiäre Modelle geben.
  • Es soll flächendeckende Ganztagsbetreuung auch während der Ferien geben.
    Bildung soll kostenlos und an die kindliche Entwicklung angepasst sein.
  • Schulbücher und Lernmittel sowie der Weg zur Schule sollen kostenlos zur Verfügung gestellt werden.
  • Inklusion soll soweit vorangetrieben werden, wenn andere Fördermöglichkeiten nicht mehr geeignet sind.

 

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