Lehrerfortbildung

Erfolgreiche Unterrichtspraxis

Nicht wenige Schulkollegien sind gemeinsam auf der Suche nach Möglichkeiten, ihren SchülerInnen bessere und nachhaltigere Lernwege zu ermöglichen. Ein nach den Prinzipien des Kooperativen Lernens gestalteter Unterricht bietet für viele Schulen eine ideale Antwort auf die Frage, wie sich der Unterricht weiter verbessern lässt.

von Ludger Brüning und Tobias Saum

Die Bezirksregierung Arnsberg entwickelte für die Schulen der Sekundarstufe I und II eine umfassende Fortbildungsmaßnahme zum Kooperativen Lernen und führt sie seit 2005 erfolgreich durch. Alle 48 Gesamtschulen haben inzwischen an der Fortbildung teilgenommen.

Die drei Säulen der Fortbildung32 Gesamtschulen haben KollegInnen in eine gleichzeitig stattfindende weiterführende Fortbildung entsandt; dort wurden sie zu MentorInnen ausgebildet und so in die Lage versetzt, als ExpertInnen im Sinne schulinterner BeraterInnen die Unterrichtsentwicklung an ihrer Schule vor Ort begleiten und weiterführen zu können. Seit dem Schuljahr 2009/10 wird dieses Modell auch für Gymnasien, Realschulen, Hauptschulen und Förderschulen angeboten. Das Fortbildungsmodell wurde auf Anregung von Inga Schubert-Hartmann aus dem Dezernat 46 bei der Bezirksregierung Arnsberg entwickelt. Es beruht im Kern auf drei Säulen:

1. Schulfortbildungen:In vier Grundlagenfortbildungen lernen die KollegInnen das Kooperative Lernen so kennen, dass sie es unmittelbar in ihrem Unterricht umsetzen können.

Zunächst werden die KollegInnen mit der Umsetzung des Dreischritts „Denken – Austauschen – Vorstellen“ als Grundprinzip des Kooperativen Lernens vertraut gemacht. Außerdem wird gezeigt, wie das Kooperative Lernen mit anderen Lehr- und Lernformen verbunden werden kann.

Diese Grundlagenfortbildungen sind über zwei Jahre verteilt, so dass etwa halbjährlich eine Tagesfortbildung durchgeführt werden kann.

2. SchulmentorInnen:Die praktischen Erfahrungen aus der Lehrerfortbildung wie auch die Ergebnisse der Forschungen von Prof. Dr. Diethelm Wahl (PH Weingarten) zeigen, dass trotz mehrtägiger Schulfortbildungen die Routinen der Unterrichtenden so stark sind, dass die während der Fortbildung vermittelten Inhalte nur mit Mühe umgesetzt werden. Spätestens wenn die Fortbildungsreihe abgeschlossen ist, werden alte Routinen wieder wirksam. Dies geschieht seltener, wenn die Unterrichtsentwicklung von KollegInnen, die an derselben Schule unterrichten, begleitet wird. Daher gehört zu diesem Fortbildungskonzept die Ausbildung von LehrerInnen der teilnehmenden Schulen. Durch die Fortbildung werden diese MentorInnen in die Lage versetzt, eine Werkstattgruppe zur Unterrichtsentwicklung an ihrer Schule zu initiieren, zu leiten und in dieser Gruppe kleine Fortbildungseinheiten zu moderieren.

3. Prozessbegleitung:Nach diesen zwei Jahren werden die Schulen in ihrer Unterrichtsentwicklung weiterhin durch externe Schulentwicklungsbegleiter für weitere drei Jahre beraten. Diese Schulbegleiter unterstützen die Einzelschulen bei der Umsetzung des kooperativen und schüleraktivierenden Unterrichts im Anschluss an die vier Fortbildungen an der Schule.

Rolle der SchulleitungDie Erfahrungen der vergangenen fünf Jahre haben gezeigt, dass die Veränderung des Unterrichts nur möglich ist, wenn die Schulleitung diesen Prozess aktiv unterstützt. Erfolgreiche Schulleitungen begleiten den Schulentwicklungsprozess aktiv und nehmen selbst an den Fortbildungen teil. Sie suchen nach Wegen, die eigenen Mentoren zu entlasten und zeigen, dass sie ihre Arbeit schätzen. Innerschulisch schaffen sie die Möglichkeiten zur wechselseitigen Hospitation. Und sie würdigen immer wieder das Engagement der KollegInnen, die sich auf den Weg machen.

Vor diesem Hintergrund muss eine Schule, die an der Fortbildung teilnehmen möchte, einige Voraussetzungen erfüllen.

Erste ResonanzNach der schulformübergreifenden Ausschreibung vor den Sommerferien haben mehr als 80 Schulen bei der Bezirksregierung ihr Interesse bekundet. Das sind deutlich mehr Schulen als teilnehmen können. Deutlich wird, dass sich viele nordrhein-westfälische Schulen entwickeln möchten, aber ausreichende Begleitung und Expertise benötigen. Das Fortbildungsdezernat der Bezirksregierung Arnsberg unter der Leitung von Silvia Hupfeld hat den Bedarf vieler Schulen erkannt.

Auszüge aus: nds 9-2009

Den kompletten Text gibt es als pdf zum Download.

No comments
Kommentarex schließen
Du möchtest etwas zu dem Artikel sagen? Dann los >>

Sie müssen sich anmelden, um diesen Inhalt zu nutzen.