Schule und Bundeswehr

Schulverweis für's Militär

Können Offiziere Pädagogen sein und erklären, wie Frieden gemacht wird? Und sind SchülerInnen dann die Rekruten von morgen? Wenn die Bundeswehr in die Schule geht, gibt es viele Standpunkte. Wir haben die Bildungsgewerkschaft gefragt.

Die Kooperationsvereinbarung soll für „eine verbesserte und engere Zusammenarbeit von Schulen und der Bundeswehr“ sorgen. Wie wirkt sich das auf die Ausbildung und den Arbeitsalltag von LehrerInnen aus?Guido Schönian: Das ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In Baden-Württemberg zum Beispiel kommen ReferendarInnen in „den Genuss“ von Seminaren, die von Bundeswehroffizieren geleitet werden. Warum hält die Bundeswehr es für nötig, in die LehrerInnenausbildung einzugreifen? Sind unsere SeminarleiterInnen nicht gut genug? Das riecht alles nach einer Militarisierung von Bildung!

Wie kann Friedenserziehung in Schulen funktionieren?Die Fächer Geschichte, Politik, Sozial- und Gemeinschaftskunde, aber auch Deutsch, Kunst und Geografie sind hervorragend geeignet, um Frieden als Lern- und Lebensziel zu vermitteln. Dazu gehört auch die Frage nach der Aufgabe der Bundeswehr. Dabei sollte vor allem beleuchtet werden, was es braucht, um eine Gesellschaft ohne Militär zu erreichen, statt dem Militär die Rolle des Lehrenden zu übertragen.
Den Einfluss der Bundeswehr an Schulen zurückdrängen – das ist erklärtes Ziel der GEW. Wie soll es nach Auffassung der Jungen GEW erreicht werden?
Das geht auf mehreren Ebenen: Die Politik muss unter Druck gesetzt werden, beispielsweise die Kooperationsabkommen mit der Bundeswehr zurück zu nehmen. Gleichzeitig ist es sehr wichtig, vor Ort in den Schulen Diskussionen darüber anzustoßen, worin der (Un-)Sinn besteht, die Bundeswehr ins Klassenzimmer zu holen. Lehrer-, Fach- und Schulkonferenzen, Schulpflegschaftssitzungen- und Schülervertretungen – all das sind Gremien, die auf die Entscheidungen von Schulleitungen Einfluss nehmen können.

Guido Schönian ist Mitglied der jungen GEW NRW.

In: punktlandung 2011.1

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