punktlandung 2010.1

Wo bleibt der Nachwuchs?

ErzieherInnen und SozialarbeiterInnen, ReferendarInnen und LehrerInnen, Studis und Beschäftigte an Hochschulen – Bildung hat viele Gesichter und ist der Schlüssel für die Zukunft unserer Gesellschaft. Kein Wunder, dass Berufe im Bildungswesen hoch im Kurs stehen.

32 Prozent der deutschen HochschulabsolventInnen wünschen sich einen Job im Bildungssektor. So lautet das Ergebnis einer Umfrage, die der Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister „accenture“ 2008 durchgeführt hat. Wie steht es aktuell um Ausbildung und Arbeitsmarkt im Bildungssektor? Und welche Rolle spielt die GEW als Bildungsgewerkschaft?

Gewerkschaften als Auslaufmodell?Ihr Image jedenfalls ist wenig positiv: Sie gelten als schwerfällig bis unbeweglich und generell als „veraltet“. Eine forsa-Umfrage, die 2007 im Auftrag des Stern durchgeführt wurde, sagt etwas anderes: Demnach ist es vor allem die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen, die den Gewerkschaften den Rücken stärkt. Mit einem Augenzwinkern fragt sich Benjamin Eisenberg: Sind Gewerkschaften noch zu retten?

Sind Erzieherinnen Basteltanten?Lange dominierten solche Klischees das Berufsbild. Dabei ist längst klar: ErzieherInnen sind pädagogisches Fachpersonal, wenn es um frühkindliche Bildung geht. Höchste Zeit für Anerkennung! Seit November 2009 hat endlich auch der Sozial- und Erziehungsdienst eigene Tabellen innerhalb des TVöD. Katharina Klaudy zeigt, dass auch den veränderten Anforderungen nicht nur ökonomisch, sondern auch qualitativ Rechnung getragen wird: Die ErzieherInnen-Ausbildung wird akademisch.

Durchhalten im Hörsaal!Augen zu und durch? Nach diesem Motto studiert es sich mit Bologna offenbar leichter. Aber ist abseits des idealen Studienverlaufs die Welt schon zu Ende? Jakob traut sich: Er studiert Soziologie und Pädagogik an der Uni Münster und nimmt sein Studium selbst in die Hand. Aktiv ist auch die Studierendengruppe der GEW Wuppertal und setzt ein Zeichen gegen Studiengebühren.

Wissenschaft als Beruf(ung)70 Prozent der Beschäftigten im wissenschaftlichen Mittelbau wünschen sich Kinder. Doch einer aktuellen Studie zufolge werden die allerwenigsten von ihnen tatsächlich Eltern. Das überrascht kaum, denn fast die Hälfte der wissenschaftlichen Beschäftigten verausgabt sich auf halben (oft befristeten) Stellen, während die eigene Forschungsarbeit zur Nebensache wird. Johannes Moes beschreibt, wie es sich als WissenschaftlerIn lebt (und arbeitet).

Endlich richtige Lehrerin!Wann beginnt eigentlich der Ernst des Lebens? Oft beginnt mit dem Ende des Studiums ein völlig neuer Lebensabschnitt. LehrerInnen erleben einen solchen Umbruch kurze Zeit später noch einmal, denn nach dem Referendariat ist die Schonfrist endgültig vorbei. Stefanie Hein erinnert sich an veränderte Aufgaben, neue Verantwortung und die großen Fragen des Lehrerseins.

Sonnige Aussichten für JunglehrerInnen?Am 1. Februar 2010 haben in NRW etwa 2.500 neue LehrerInnen ihren Dienst angetreten. Dem gegenüber stehen jedoch mehrere hundert Stellen, die noch nicht besetzt werden konnten, denn es fehlten die Bewerber. Für die neue Generation der LehrerInnen entsteht damit ein völlig neuer Arbeitsmarkt. Heiß umkämpft können sie (fast) frei wählen, wo sie unterrichten möchten. Prof. em. Dr. Klaus Klemm nimmt die Perspektiven auf dem Teilarbeitsmarkt Schule unter die Lupe.

Schule wie im Lehrbuch?Oft sieht Schulwirklichkeit doch etwas anders aus. Deshalb sollten angehende LehrerInnen die Nase nicht nur in Bücher stecken, sondern auch während des Studiums schon echte Schulluft schnuppern. Dr. Werner Schöneck erklärt, wie das neue Lehrerausbildungsgesetzt für mehr Praxis in der LehrerInnen-Ausbildung sorgen soll.

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