Unterrichtsmaterial

Sie zahlen für unsere Krise

2008 war die Finanzkrise ein Dauerthema in den Medien. Und eigentlich ist sie es immer noch, denn sie zieht eine lange Kette von wirtschaftlichen Ereignissen nach sich – weltweit. Nicht nur europäische Volkswirtschaften geraten ins Wanken. Auch die Schwellen- und Entwicklungsländer kämpfen mit den Folgen der Krise.

von WEED e.V. in Kooperation mit Brot für die Welt, GEW und Welthaus Bielefeld

Die schwerste internationale Finanz- und Wirtschaftskrise seit der Weltwirtschaftskrise von 1929 hat weiterhin große Teile der Welt im Griff. Zuerst kollabierten Banken oder mussten mit staatlicher Hilfe gerettet werden, inzwischen sind ganze Volkswirtschaften vom Staatsbankrott bedroht. Dabei geht es beileibe nicht nur um Island, Dubai oder die Ukraine, selbst Mitglieder der Eurozone – Griechenland, Portugal, Spanien, Irland – sind inzwischen unter Druck geraten. Ein Ende der Abwärtsspirale ist auch 2010 nicht in Sicht. Trotz kurzer Zwischenhochs – die gab es bei der Weltwirtschaftskrise vor achtzig Jahren auch – wird die Krise uns noch auf Jahre hinaus beschäftigen.

Mit diesem Unterrichtsmaterial wollen wir auf eine Dimension der Krise aufmerksam machen, die über unseren eigenen Sorgen leicht in Vergessenheit geraten kann: die Auswirkungen auf die Entwicklungsländer. Wir wollen mit diesen Materialien einladen, diesen Aspekt zum Thema des Unterrichts zu machen und dabei insbesondere die Perspektive der Entwicklungsländer einzunehmen.

Für uns, die Herausgeberorganisationen, bleibt die Krise ein wichtiges Thema, weil ihre wirtschaftlichen und sozialen Folgen in Afrika, Asien und Lateinamerika noch jahrelang zu spüren sein werden. Die Armen leiden unter staatlichen Ausgabenkürzungen oder haben in den Monaten weltwirtschaftlicher Stagnation ihren Job verloren. Allein die Zahl der Hungernden ist 2009 krisenbedingt um über 100 Millionen gestiegen. Ihre Überlebenskrise sollte Anlass sein, immer wieder danach zu fragen, wer und was den Crash verursacht hat und wie eine Wiederholung verhindert werden kann.

Die Finanzkrise hat vielfältige Ursachen, und auch die Folgen für die Ökonomien in Schwellen- und Entwicklungsländer sind uneinheitlich und widersprüchlich. Es kann daher hier nur darum gehen, einzelne Aspekte und Bereiche in den Blick zu nehmen und zum Verstehen von Gesamtzusammenhängen beizutragen. Wir gehen auch davon aus, dass Du von den hier angebotenen Materialien nur selektiven Gebrauch machen wirst. Die einzelnen Arbeitsblätter und Kopiervorlagen sind so aufgebaut, dass sie auch einzeln genutzt werden können.

Diese Unterrichtsmaterialien orientieren sich an Kompetenzen, wollen den Erwerb von Wissen und Fertigkeiten unterstützen, die nicht nur für unsere Themenstellung von Bedeutung sind. Wir beziehen uns hierbei auf den „Orientierungsrahmen für den Lernbereich globale Entwicklung“, der 2007 von der Kultusministerkonferenz und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung verabschiedet worden ist. Vielleicht kann der Selbstbefragungsbogen (M0) dabei helfen, den mit diesen Unterrichtsmaterialien erzielten Kompetenzzuwachs festzuhalten.

Wir wollen mit diesem Materialangebot vor allem Deine unterrichtliche Arbeit unterstützen. Wir hoffen, die hierfür angebotenen Arbeitsblätter sind von Nutzen und unser „Factsheet“ hilft dabei, sich schnell inhaltlich zu orientieren. Zahlreiche Materialhinweise und Links bieten darüber hinaus Gelegenheit, einzelne Aspekte zu vertiefen. Wir danken Dir für Deine Bereitschaft, Dich mit der Finanz- und Wirtschaftskrise im Unterricht zu beschäftigen – eine Zumutung für Lehrende und SchülerInnen.

Aus: WEED e.V. Sie zahlen für unsere Krise. Folgen der Finanzkrise für die Länder der „Dritten Welt“

Empfohlen für die Sekundarstufe II.

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