Schullexikon

Ganztagsangebote

Im Schulgesetz werden die verschiedenen Formen des Ganztages in § 9 Absatz 1-3 SchulG geregelt. Mit dem Erlass BASS 12-63 Nr. 2 wurden die bisherigen Erlasse zum Offenen Ganztag und zu Ganztagsschulen in der Primarstufe und in der Sekundarstufe I zusammengefasst.

Darüber hinaus gibt es im Schulgesetz verschiedene weitere Regelungen, die den Ganztag betreffen, unter anderem zur Abstimmung von Schul- und Jugendhilfeplanung (§ 80 SchulG) oder zur Mitwirkung des Personals außerschulischer Träger in Schulgremien (§§ 66 Abs. 7 SchulG, 68 Abs. 4 SchulG, 75 Abs. 4 SchulG).
Formen des Ganztages

  1. Gebundene Ganztagsschule: Hier nehmen alle SchülerInnen der Schule verpflichtend an den Ganztagsangeboten teil. Der Zeitrahmen erstreckt sich verpflichtend in der Regel über mindestens drei Unterrichtstage über jeweils mindestens sieben Zeitstunden, das heißt von 8.00 bis 15.00 Uhr. Darüber hinaus werden weitere außerunterrichtliche Angebote durchgeführt, bei denen die Teilnahme in der Regel freiwillig ist.
  2. Offene Ganztagsschule im Primarbereich: Ein Teil der SchülerInnen nimmt an den außerunterrichtlichen Angeboten teil. Eine Anmeldung verpflichtet zur regelmäßigen und täglichen Teilnahme an den Angeboten für die Dauer eines Schuljahres. Der Zeitrahmen erstreckt sich in der Regel an allen Unterrichtstagen von spätestens 8.00 bis 16.00 Uhr, mindestens aber bis 15.00 Uhr – und ist für alle angemeldeten SchülerInnen verpflichtend.
  3. Außerunterrichtliche Ganztags- und Betreuungsangebote: Hierzu gehören im Primarbereich „Schule von acht bis eins“, „Dreizehn plus“ sowie „Silentien“, in der Sekundarstufe I die „pädagogische Übermittagbetreuung und weitere Ganztags- und Betreuungsangebote“. An diesen Angeboten nimmt nur ein Teil der SchülerInnen teil, eine Pflicht zu regelmäßiger und täglicher Teilnahme gibt es nicht.


Ziele und Merkmale
Allen drei oben genannten Formen des Ganztages liegen die gleichen Ziele zugrunde – nämlich der Aufbau eines attraktiven, qualitativ hochwertigen und umfassenden örtlichen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebotes, in dem die individuelle ganzheitliche Bildung des Kindes/der Jugendlichen, die Entwicklung ihrer Persönlichkeit, der Selbst- und Sozialkompetenzen etc. systematisch gestärkt werden. Genannt werden in dem Erlass dann beispielhaft 14 Merkmale, die sowohl für gebundene als auch für offene Ganztagsschulen gelten sollen. Außerdem sollen sich auch die außerunterrichtlichen Betreuungsangebote im Rahmen ihrer Ressourcen an diesen Merkmalen orientieren.

Lehrerstellenanteile sollen nach Möglichkeit für Angebote genutzt werden, die die Kinder ergänzend zum Unterricht individuell fördern und fordern – sie dürfen nicht für die Erteilung von Unterricht nach der Stundentafel oder zur Bildung kleinerer Klassen verwendet werden.

In den sogenannten Zuwendungserlassen (BASS 11 – 02 Nr. 19 und BASS 11 – 02 Nr. 9) wird die Zuwendung/Förderung für die Durchführung außerunterrichtlicher Angebote offener Ganztagsschulen im Primarbereich sowie für die Betreuung vor und nach dem Unterricht genannt.


Stand: Dezember 2012

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