Schullexikon

Anrechnungsstunden

Zum Ausgleich besonderer unterrichtlicher Belastungen, für die Wahrnehmung besonderer schulischer Aufgaben, für die Mitgliedschaft im Lehrerrat und für die Tätigkeit als Ansprechpartnerin für Gleichstellungsfragen steht jeder Schule ein Kontingent von Anrechnungsstunden, die oft fälschlicherweise als Entlastungsstunden bezeichnet werden, zur Verfügung.

Rechtslage im ÜberblickGrundlage für diese Berechnung ist die „Verordnung zur Ausführung des § 93 Schulgesetz“ (BASS 11-11 Nr. 1), die jedes Jahr neu gefasst wird. Basis für die Anrechnungsstunden sind nur die Grundstellen und ein eventueller Ganztagszuschlag. Durch die Sparbeschlüsse der Landesregierung sind die Anrechnungsstunden seit Jahren sehr stark gekürzt worden.
Anrechnungsstunden für Kollegien
Für die einzelnen Schulformen beziehungsweise Schulstufen sind je Grundstelle (plus eventuell Ganztagszuschlag) folgende Anrechnungsstunden vorgesehen:

  • 0,2 Stunden: Primarstufe
  • 0,6 Stunden: Hauptschule
  • 0,5 Stunden: Sekundarstufe I an anderen Schulformen
  • 0,4 Stunden: Förderschule
  • 1,2 Stunden: gymnasiale Oberstufe
  • 1,0 Stunden: Weiterbildungskolleg
  • 0,5 Stunden: Berufskolleg (Berufsschule)
  • 1,0 Stunden: Berufskolleg (Fachschule)
  • 1,2 Stunden: Berufskolleg (Berufsfachschule, Fachoberschule)


Über die Verteilung der Anrechnungsstunden entscheidet die Schulleitung nach Beratung durch die Lehrerkonferenz. Dabei ist eine gleichmäßige Verteilung auf die Lehrkräfte untersagt. Für die Inanspruchnahme von Anrechnungsstunden müssen besondere Gründe vorliegen (zum Beispiel Korrekturfächer, Sammlungsleitung, Betreuung von Migrantenkindern). Die Entlastung für FachleiterInnen, Personalräte, FachberaterInnen, SV-VerbindungslehrerInnen oder wegen Schwerbehinderung erfolgt durch besondere Regelungen.
Anrechnungsstunden für Schulleitungen
Auch diese Anrechnungsstunden werden auf der Basis der Grundstellen und eines eventuellen Ganztagszuschlags zugeteilt. Die Schulleitungspauschale beträgt in der Regel sechs Wochenstunden zuzüglich 0,6 Wochenstunden je Stelle bis zur 35. Stelle und 0,2 Wochenstunden für jede weitere Stelle. An Hauptschulen erhöht sich diese Pauschale um 0,1 Wochenstunden je Stelle. Weiterhin erhöht sich die Schulleitungspauschale an Grundschulen um fünf Wochenstunden, an Haupt-, Real- und Förderschulen zusätzlich um zwei Wochenstunden je Schule.

Anrechnungsstunden sollen zwischen der/dem SchulleiterIn und der/dem VertreterIn entsprechend den tatsächlichen Belastungen aufgeteilt werden. Es können auch weitere Lehrkräfte mit Schulleitungsaufgaben beauftragt werden. Einigen sich die Mitglieder der Schulleitung nicht über die Verteilung der Anrechnungsstunden, entscheidet die Schulaufsicht. Wenn eine Schulleitungsstelle über einen längeren Zeitraum nicht besetzt oder ein Mitglied der Schulleitung für längere Zeit krank oder beurlaubt ist, erhalten diejenigen Lehrkräfte die Anrechnungsstunden, die Aufgaben der Schulleitung wahrnehmen.


Stand: Dezember 2012

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