Schullexikon

Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung richtet sich nach den versicherten Personenkreisen in den gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen.

Pflichtversicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)

Für Pflichtversicherte in der GKV gibt es keine Wahl oder Befreiungsmöglichkeit. Sie werden automatisch Mitglied der sozialen Pflegeversicherung bei ihrer Krankenkasse (Pflegekasse).

Freiwillig Versicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung

Auch hier gilt der Grundsatz: Die Kranken- und Pflegeversicherung liegt beim gleichen Träger. Freiwillig in der GKV Versicherte können aber die Versicherungspflicht durch Abschluss eines gleichwertigen privaten Pflegeversicherungsvertrages erfüllen.

Versicherte in der privaten Krankenversicherung (PKV)

Diejenigen, die gegen das Krankheitsrisiko bei einer PKV versichert sind, haben bei dieser privaten Krankenversicherung einen Pflegeversicherungsvertrag abzuschließen. Der Pflegeversicherungsvertrag muss Leistungen vorsehen, die denen der sozialen Pflegeversicherung entsprechen.

Einbeziehung von Beamten

Beamte, die in der GKV freiwillig versichert sind, sind pflichtversichert in der sozialen Pflegeversicherung. Sie können sich auf Antrag von der sozialen Pflegeversicherung befreien lassen, müssen dann aber einen privaten Pflegeversicherungsvertrag abschließen. Beamte, die in der PKV versichert sind, sind zum Abschluss einer privaten Pflegeversicherung gegen Pflegebedürftigkeit verpflichtet, und zwar im Umfang einer die Beihilfe ergänzenden Restkostenversicherung.

Pflegezeit und Pflegeurlaub

Durch das Pflegezeit- und Familienpflegezeitgesetz hast Du die Möglichkeit auf unbezahlte Freistellung von der Arbeit zur Pflege eines nahen Angehörigen. Möglich sind die kurzzeitige Pflege bis zu zehn Arbeitstagen (§§ 2 und 3 PflegeZG) oder eine Freistellung von bis zu sechs Monaten (§§ 3 und 4 PflegeZG). ArbeitnehmerInnen genießen in dieser Zeit der Freistellung Sonderkündigungsschutz.


Unter Pflegezeit versteht das Pflegezeitgesetz den Urlaub für die Organisation der bedarfsgerechten Pflege. Das Familienpflegezeitgesetz soll Dir als ArbeitnehmerIn die Möglichkeit geben, über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren die Pflege und den Beruf zu vereinbaren. Das Familienpflegezeitgesetz findet auf Beamte keine Anwendung. Beamte haben stattdessen die Möglichkeit der Beurlaubung.
Beitragsbelastung und Beitragshöhe

Der Beitrag zur sozialen Pflegeversicherung steigt zum 1. Januar 2013 von 1,95 auf 2,05 Prozent. Kinderlose Mitglieder müssen ab dem 24. Lebensjahr einen Beitragszuschlag in Höhe von 0,25 Prozent zahlen, so dass sich der Beitrag für diese Personengruppe ab dem 1. Januar 2013 auf 2,3 Prozent erhöht. Bis zum Alter von 25 Jahren sind StudentInnen mitversicherbar.


Beihilfeberechtigte Beamte (Beihilfe), die in der gesetzlichen Pflegeversicherung versichert sind, zahlen als Mitglied der gesetzlichen Pflegeversicherung den halben Beitragssatz (§ 55 Abs. 1 SGB XI).

 

Stand: Dezember 2012

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