Schullexikon

Qualitätsanalyse

Schulen und Schulaufsicht sind zur kontinuierlichen Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung verpflichtet; dies umfasst die gesamte Bildungs- und Erziehungsarbeit der Schule (§ 3 Absatz 3 SchulG).

Rechtslage im ÜberblickRechtliche Rahmenbedingungen sind in den §§ 3 und 86 Schulgesetz (SchulG) sowie in der Verordnung über die Qualitätsanalyse an Schulen in NRW, kurz QA-VO (BASS 10-32 Nr. 65) vom 27. April 2007 geregelt. Schulen müssen in regelmäßigen Abständen den Erfolg ihrer Arbeit überprüfen und – falls erforderlich – konkrete Verbesserungsmaßnahmen nach einer festgelegten Reihenfolge durchführen (§ 3 Absatz 2 SchulG). Die Lehrkräfte sind verpflichtet, sich an Maßnahmen der Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung zu beteiligen.

Die Qualitätsprüfer verstehen ihre Aufgabe als Teil der Schulaufsicht in einem eigenen Dezernat „4Q“ bei jeder Bezirksregierung. Eltern, Schülerschaft, weiteres schulisches Personal und der Schulträger sowie an Berufskollegs auch die Ausbildungsbetriebe sind in die Überprüfung einbezogen. Die Qualitätsanalyse basiert auf standardisierten Verfahren und einheitlichen Instrumenten. Sie umfasst und bewertet insbesondere

  • die Leistungs- und Entwicklungsdaten sowie zahlreiche weitere Dokumente der Schule, die diese in einem Schulportfolio zusammenstellt und den Qualitätsprüfern sechs Wochen vor dem Besuch zusendet,
  • Arbeitsbedingungen und Gesundheitsmanagement in der Schule (Selbstauskunft der Schulleitung),
  • einen Schulrundgang,
  • unangekündigte Unterrichtsbeobachtungen bei mindestens der Hälfte der Lehrkräfte von je 20 Minuten sowie
  • getrennt durchgeführte, Leitfaden gestützte Interviews mit allen Beteiligten.


Ziel ihrer Qualitätsanalyse ist es, die Qualität von Schule zu erfassen, zu spiegeln und Impulse für die Weiterentwicklung zu geben. Gewünscht ist, dass Schulen ihre Qualitätsentwicklung unabhängig von der konkreten „Schulinspektion“ auf der Grundlage des Qualitätstableaus und der dort formulierten 153 (!) Qualitätsaspekte in einem permanenten Prozess bearbeiten. Im Fokus der Qualitätsanalyse an der Einzelschule steht die Qualität der Schule, nicht die Bewertung einzelner Lehrkräfte.

Qualitätsprofil und QualitätsberichtDie Bewertung von Schule, Unterricht und Lernprozessen erfolgt auf der Grundlage des Qualtitätstableaus und der geltenden Bewertungskriterien (§ 3 Absatz 6 der QA-VO). Ergebnis der Qualitätsuntersuchung ist ein Qualitätsprofil der einzelnen Schule. Spätestens vier Wochen nach dem Schulbesuch erhalten Schule und Schulträger einen Entwurf des Qualitätsberichts. Wenn die Schule von ihrem Recht Gebrauch macht, hierzu Stellung zu nehmen, muss die Stellungnahme dem abschließenden Qualitätsbericht beigefügt werden. Nach Erhalt des abschließenden Qualitätsberichts muss die Schule diesen in ihren schulischen Gremien analysieren und die aus Sicht der Schule notwendigen Konsequenzen formulieren.

Die Schulleitung stellt der Schulaufsicht die beschlossenen Maßnahmen dar und soll mit der Schulaufsicht hierüber eine Zielvereinbarung abschließen. Die Schulkonferenz wirkt bei der Zielvereinbarung gemäß § 65 Absatz 2 Nr. 2 SchulG mit. Im Rahmen eines Controllings muss die Schulleitung der Schulaufsichtsbehörde über die Ergebnisse der Umsetzung Bericht erstatten. Im Gegensatz zu den oben genannten Rechtsvorschriften können diese Veröffentlichungen im Internet vom Ministerium nach Bedarf verändert werden. Nicht veröffentlicht sind die Leitfäden für die Interviews der Qualitätsprüfer. Aus diesen Interviews werden ebenfalls Bewertungen über die Qualität der Schulen abgeleitet.


Stand: Dezember 2012

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